Was ist Philokartie, und was sagt uns der Name ?
Zum Name selbst; "philos" kommt aus dem Griechischen und heißt "der Freund", also auf deutsch
"Freund der (Ansichts) Karten".
Unter Philokartie verstehen wir also das Sammeln und Erforschen von Ansichtskarten.
Zur Geschichte der Ansichtskarte:
1777 soll ein Stecher namens Demaison in Paris eine Art Postkarte, eine offen lesbare Mitteilung
herausgebracht haben. Hier handelt es sich um ein privates Stadtpostunternehmen Petite Poste von
Paris. Belege sind aber keine bekannt.
1784 - ab dieser Zeit wurden auch bei der Wiener Klapperpost offen lesbare Mitteilungen eingeführt.
1865 erscheinen die "Preußischen Drucksachenkarten". Sie dienten vorwiegend der Ankündigung des
Besuches eines Handelsvertreters. Verschiedene solcher Exemplare zeigen auf der Rückseite die
Abbildung des jeweiligen Firmen-Fabrikgebäudes. Die älteste bekannte Karte trägt den Poststempel vom
30. Okt. 1867. Diese Karten gelten als wirklich nachweisbare Vorläufer der Ansichts-Postkarte. 1865 - auf
der V. Konferenz des Deutschen Postvereins in Karlsruhe machte Stephan den Delegierten den
Vorschlag die Postkarte (Postblatt gen.) einzuführen, - das wurde aber abgelehnt.
1868 - Zwei Leipziger Buchhandelsunternehmen, Fa. Friedlein und Fa. Pardubitz, reichen unabhängig
voneinander beim Berliner Generalpostamt ein, eine Universal-Correspondenz-Karte einzuführen, ...
Trotz Ablehnung erscheint hier erstmals die Bezeichnung Correspondenzkarte.
1869, am 01. Okt. wurde in Österreich die Cossespondenz-Karte, eine Ganzsache mit aufgedruckten
Wertzeichen, in den Verkehr gebracht, - die erste Postkarte der Welt.
1870, ab 01. Juli (offiziell) erscheint unter Stephan an der Spitze der Norddeutschen Bundespost, die
erste deutsche Correspondenzkarte, eine Formularkarte mit aufgeklebter Briefmarke.
1870 - Angesichts des zu erwartenden Ausbruches des Dtsch./Franz. Krieges ließ der Oldenburger
Hofbuchhändler und Druckereibesitzer August Schwarz eine solche o.g. Correspondenzkarte mit dem
Klischee eines Bildchens, eines Artilleristen der eine Kanone lädt, auf der Anschriftenseite bedrucken.
Diese Karte galt lange als früheste Ansichtskarte, kann aber nur als Bildpostkarten-Vorläufer angesehen
werden, denn Ansichtskarten tragen ja ihr Bild auf der Rückseite.
1871, am 19. Mai, schickte der Serbe Peter Manojlovic eine Karte mit dem rückseitigen Aufdruck eines
Drachens an seinen Vetter, der diese nicht annahm und die wieder zurück gelangte. Dieses erhaltene
Exemplar könnte als die erste richtige Ansichtskarte gelten.
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